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Supplemente statt Medikamente bei Schmerzen?

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Schmerz ist ja, komplex – oft nicht leicht zu behandeln, klar, Edukation und Bewegung, aber oft funktioniert es trotzdem nicht, manchmal reicht ein Gespräch und etwas Zuwendung, naja, manchmal wieder nicht. Wie viele Menschen klagen über „chronischen Schmerz“ und finden sich damit ab? Viele. Ernährung könnte hier ein neuer Ansatz für viele sein – denn neben dem Einfluss auf die Stabilität einer Struktur und die Wundheilung, haben die Ernährung und unterschiedliche Nährstoffe einen nicht zu vernachlässigenden Einfluss auf die Schmerzwahrnehmung – was nicht bedeutet, dass Schmerzen einfach „wegernährt“ werden können – aber sie haben einen Einfluss und das muss (!) auch in der Physiotherapie und Orthopädie berücksichtigt werden – immer nur über Nocebo, Mechanik, Bewegung und irgendwelche Leitlinien sprechen ist, zumindest für mich und bei all der Komplexität, sowie vor dem Hintergrund der verfügbaren Daten, zu wenig. Bio-Psycho-Sozial in allen Ehren, aber zu „bio“ gehört dann auch Bio-Gemüse und Bio-Fleisch und „sozial“ vielleicht auch gemeinsames Kochen – Essen ist auch auf psychoemotionaler und immunologischer Ebene ein extrem wichtiger Dreh- und Angelpunkt.

Schmerz und Ernährung?

Chronischer Schmerz hängt beispielsweise nicht nur geringfügig mit den großen Lebensstilfaktoren wie Schlaf- und Bewegungsmangel zusammen, sondern auch mit einer mangelhafte Ernährung (Brain et al 2019, Elma et al 2020, Masino et al 2013, Browne et al 2018, Dragan et al 2020, De Gregori et al 2016, Bjorklund et al 2019, 2020, Fasano et al 2020, Tajjk et al 2020, Boer et al 2019, Favazzo et al 2020, Szychlinska et al 2019, Lodh et al 2015, Szychlinska et al 2019, Dragan et al 2020, Pruimboom et al 2007, Das 2011, Sullivan et al 2009, Velasquez et al 2010) – zu wenig Obst, zu wenig Gemüse, zu wenig Protein, zu wenige Nährstoffe, Probleme mit der Darmflora, zu viel Omega 6 Fettsäuren in Form von Linolsäure liest man häufig in den Studien zum Thema. Aber auch einzelne Mikronährstoffe haben hier einen Einfluss: Beispielsweise kann sich allein schon ein Vitamin D3-Mangel negativ auf die Schmerzwahrnehmung und die Bindegewebsgesundheit auswirken (Park et al 2019, Martin et al 2017, Schlögl et al 2019, Habib et al 2020) und die Supplementierung mit Magnesium hat ebenfalls positive Effekte auf Schmerz und Angst (Na et al 2011, Morel et al 2021) – einen Versuch ist es wert? #bettertrythandie

„Das Immunsystem sitzt im Darm“, zumindest ein Großteil davon: Über die Darmflora hat die Ernährung einen großen Einfluss auf schmerzende Gelenke sowie Entzündungen (Bjørklund et al 2019 Thomas et al 2018, Dragan et al 2020, De Gregori et al 2016, Masino et al 2013, Brain et al 2019, Elma et al 2020, Szychlinska et al 2020) – Probiotika, Zink, sowie auch Curcumin und Omega 3 Fettsäuren, ausreichend Protein (z.B. Kollagen und Glutamin), Obst und Gemüse – also vor allem naturbelassene Lebensmittel – und eine Stressreduktion helfen der Darmgesundheit auf die Sprünge und somit auch verschiedene Schmerzsyndrome. Auch „Arthrose“ hängt eher mit Entzündungsprozessen als mit der Gelenksbelastung zusammen – Übergewicht ist nicht „schädlich“ wegen der Belastung, sondern wegen niedriggradigen Entzündungen! Wenn jemand mit „chronischen Schmerzen“ zu kämpfen hat, dann sollte man nicht nur auf psychoemotionale Prozesse schauen, sondern auch auf andere Lebensstilfaktoren, v.a. die Ernährung und das Schlafverhalten.

Nahrungsergänzungsmittel bei Schmerz?

Auch wenn Schmerz ein ziemlich komplexes Thema ist, gibt es einige Substanzen, welche sich in Studien ziemlich gut schlagen und das ganz ohne Schlaf-, Stress- und Lifestylemanagement. Neben Magnesium und Vitamin D3 nutze ich z.B. in der Praxis als Alternative zu den meist eingesetzten Medikamenten bei Schmerzen, aber teilweise auch im Wundheilungsprozess, natürlich neben der Edukation und Trainingstherapie, unter anderem Curcumin- und Weihrauch-Extrakte, Ingwer-Extrakte, ebenso Bromelain, Kollagenhydrolysat, Omega 3, auch D3, welche allesamt sehr positive Effekte auf die Gewebsgesundheit, Entzündungsprozesse und Schmerzwahrnehmung haben können und auch potenziell verletzungspräventiv wirken können (Brien et al 2006, Chakraborty et al 2021, Pavan et al 2012, Shep et al 2019, Yu et al 2020, Majeed et al 2020, de Paz-Lugo et al 2018, Garcia-Coronado et al 2019, Praet et al 2019, Gumina et al 2012, Loiacono et al 2019, Pavan et al 2012, Aiyegbusi et al 2011, Shaw et al 2017, DePhillipo et al 2018, Praet et al 2019, Fusini et al 2016, Gemalmaz et al 2018, Baar 2017, Khatri et al 2021, Goes et al 2020). Die genannten Pflanzen-Extrakte so wie Kollagen schneiden in einigen Studien sogar besser ab als einige der gängigen Schmerz- und Entzündungsmedikamente (NSAR), aber haben deutlich weniger Nebenwirkungen und noch deutlich mehr positive Effekte auf unseren Körper als bloß die Schmerzlinderung.

Was bei Schmerzen helfen kann? Als Start: 100-200mg Bromelain, 500mg Curcumin, 15g Kollagenhydrolysat, 200mg Magnesium und 2000IE Vitamin D3, 2g Omega 3 Fettsäuren und am besten eine ketogene Ernährungsweise mit naturbelassenen Lebensmitteln (Field et al 2022). Danach schauen wir weiter!


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